Eckhard Weymann

wird im Urteil des Landgerichts Hamburg vom 6.2.2009 als Beweis für die Nutznießer, die der Vielfachtitelschwindler Decker-Voigt mit Titeln, Stellen, Gutachten usw. versorgt hat, eigens namentlich genannt:

"Eckhard Weymann wurde Nachfolger des Klägers [Decker-Voigt] auf dessen Stelle als C3-Professor an der Hochschule für Musik in Hamburg. Eine Promotion hatte Herr Weymann zu diesem Zeitpunkt nicht absolviert. 12 Jahre nach seiner Berufung zum Professor wurde er vom Kläger promoviert."

Weymanns Karriere ist offensichtlich ein Teil von Decker-Voigts Kirchturmpolitik. Obgleich allenfalls Instrumentallehrerstudium von sechs Semestern in Aachen, ist er seit 1990 Nachfolger auf der C3-Stelle von Decker-Voigt, der mittels Einerliste auf die C4-Professur seines mit 60 Jahren in den Ruhestand gegangenen Vorgängers Theodor Eschen hausbefördert worden war.  12 Jahre später wurde er promoviert - von Decker-Voigt und zwar nur wenige Wochen nach dessen "regelwidriger" "Turbopromotion"!

Hier ein Einblick in seine Dissertation mit dem Titel "Zwischentöne" (Gießen, 2004), einer Deutung von zwölf Interviews.  Dort bekennt eine Musiktherapeutin und Dozentin für Musiktherapie auf die Frage:

"Spielst du manchmal allein?" "Nein, ich finde es sehr schwierig, ich denke fast, dass es nicht geht. ... An Musiktheorie habe ich nie Spaß gehabt. ... Tonalität interessiert mich nicht. Für die Harmonien interessiere ich mich nicht - interessant. Ich bin doch keine Musikerin, ich bin eine Improvisateurin. Ich bin keine richtige Musikerin" (Weymann, 2004, S. 100 f.). Warum nennt sie sich dann Musiktherapeutin?

Erhellend ist auch der Bericht einer anderen Musiktherapeutin:

"... bei dem Kanzelbehang, den sie für eine Kunstausstellung in einer Kirche entworfen hat. Darauf ist ein unbekleideter weiblicher Unterleib zu sehen. Das Tuch heißt 'Bleibt in mir'. Es ist ein Abbild ihres Körpers" (Weymann 2004, S. 178 f.). Weymann versteigt sich zur Auslegung: "Die Aufschrift 'Bleibt in mir' des Kunstwerks kann in diesem Kontext auf bestimmte Passagen aus dem Neuen Testament (Der erste Brief des Johannes) bezogen werden... Der Evangelist ruft den Gemeinden mehrfach zu: 'Bleibt in ihm' und 'Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.' (1. Joh. 4, 16). (Vermutlich hatte Sonja auch genau diese Verbindung im Sinn. Ich habe sie aber im Interview nicht danach befragt.)" (Weymann 2004, S. 181 f.). "Vermutlich"! Weymann vermutet, fragt aber nicht. Fabulierendes Unterstellen und geschmacklose Übergriffe sind bei "Spekulationstherapeuten" keine Seltenheit (s. Zitate).

Was ist davon zu halten, wenn sich ein solcher Nutznießer der Hamburger "atypischen" (betrügerischen) Verhältnisse mit Ethik befasst? Es wundert dann nicht mehr, dass sich solch einer für das in Münster nicht angenommene Geschreibsel von Sylvia Kunkel als Dissertations-Zweitgutachter zur Verfügung stellt. An der Hochschule für Musik und Theater Hamburg gibt es schließlich die einmalige Groteske, dass Personen Dissertationsgutachten verfassen, die selbst keinerlei Universitätsstudium absolviert haben.

Studierende reagieren auf ihre Art auf Weymann, vom 1.3.2006 bis 2011 in Frankfurt tätig: Mangels Interessenten wurde sein Studiengang eingestellt.

 


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