Gerichtsbeschluss vom 16.4.2010: Akkreditierung rechtswidrig
Akkreditierung in der Praxis
Zu den Machenschaften des erwiesenen vielfachen Schwindlers Decker-Voigt
"Der Deutsche Hochschulverband (DHV) will seinen Forderungen nach einer grundlegenden Umgestaltung des Akkreditierungswesens in Deutschland notfalls dadurch Nachdruck verleihen, dass er seine 24 000 Mitglieder aufruft, sich als Gutachter für Programmakkreditierungen zukünftig nicht mehr zur Verfügung zu stellen. 'Die Wissenschaftler sind nicht länger bereit, an diesem Unfug mitzuwirken, erklärte Kempen" (Forschung & Lehre5|09). Allerdings ist zu befürchten, dass es weniger seriöse und gar dubiose "Wissenschaftler" gibt, die dieses Ziel unterlaufen, da sie eine Gelegenheit für Wichtigtuerei wittern. Ein solcher Fall ist der an der Musikhochschule Hamburg lehrende Professor für Musiktherapie, Hans-Helmut Decker-Voigt, eine Koryphäe von "Wissen-Schaft".
Wo Decker-Voigt mitmischt, empfiehlt es sich, näher hinzuschauen. Erfahrungsgemäß und am 6.2.2009 bestätigt kommen dabei oftmals dubiose Verhältnisse ans Licht. So auch wieder bei der Gründung einer Trudi-Schoop-Hochschule für künstlerische Therapien in Neukirchen-Vluyn durch Decker-Voigts Sprachrohr Udo Baer, das das andere, vergebens "Hohes Gericht, ich bitte um Milde!" winselnde Sprachrohr Stefan M. Flach in dessen erfolglosen Prozessen beraten hat. Während die einen fassungslos mitansehen, wie sich Decker-Voigt "atypisch" Posten und Ehrungen besorgt, sich seit Jahrzehnten an Strafen vorbeilaviert und ihn Couragierte wie das sächsische Wissenschaftsministerium hinauswerfen, bewundern ihn andere und nutzen seine besonderen Fähigkeiten für ihre Zwecke.
Am Beispiel dieser Hochschulgründung, die sich den gänzlich unpassenden Begriff „künstlerisch“ anmaßt, zeigt der zunächst befragte in Deutschland einzige C4-Professor mit dem Namen „Tanztherapie“ in der Lehrstuhlbezeichnung auf, wie berechtigt die Zweifel an dem grassierenden Unwesen privater Akkreditierungsagenturen sind. Ein Diplompädagogenehepaar, das keinerlei akademisches Studium auf den von ihm vertretenen Disziplinen Kunst-, Musik- und Tanztherapie absolviert und auch nicht in der Kindheit und Jugendzeit über eine nennenswerte Zeitdauer soliden Unterricht in bildnerischem Gestalten, in einem Musikinstrument oder im Tanz erhalten hat, nützt die durch stets ungestraft gebliebenen Titelschwindel des dafür bekannten Hamburger Musiktherapieprofessors Decker-Voigt bedingten unguten Verhältnisse einerseits und die von der Politik ermöglichte Zulassung von Nichtabiturienten zum Hochschulstudium zur Aufwertung seines abgelegenen Bauernhofs und der darauf hauptsächlich für Berufstätige ohne Abitur betriebenen Kreativwerkstatt. Unterstützt wird es darin durch das suspekte Verfahren der Akkreditierungsagentur AQAS, bei der Decker-Voigt Gutachter ist, und des Akkreditierungsrats, der diese zu beaufsichtigen hat, und durch den engen Filz zwischen dem Vorsitzenden dieser Agentur und ihrem sie bezahlenden Kunden. Der dabei für das Ansehen der deutschen Wissenschaft insgesamt und insbesondere für die künstlerischen Therapien zu erwartende Schaden liegt auf der Hand. Im Interesse seriöser Hochschulen und in qualifizierten Ausbildungen examinierten künstlerischen Therapeuten erscheint es dringend geboten, am Beispiel von AQAS und ihrer Verflochtenheiten das Unwesen privater Akkreditierungsagenturen insgesamt zu beleuchten und mit dem großen Chor ihrer Kritiker ihre Abschaffung zu fordern.
I. Situation
„Akkreditierung nicht weiter hinnehmbar und praktizierbar“, zitiert „Forschung & Lehre“ 2009, Heft 1, S. 5), das Mitteilungsorgan des Deutschen Hochschulverbandes, in seiner Überschrift zum Akkreditierungsunwesen den Thüringer Rechnungshof. Dieser hält in seinem Jahresbericht 2008 die Verfahren für „bürokratisch aufgebläht“. Aufgrund des Ermessensspielraums der Agenturen führten sie „weder zu einheitlichen noch zu zuverlässigen Bewertungsergebnissen.“
Was ist unter Akkreditierung zu verstehen. Wikipedia schreibt in dem am 3.12.2008 neu eingefügten Artikel:
„Der Begriff Akkreditierung (lat. accredere, Glauben schenken) wird in verschiedenen Bereichen benutzt, um den Umstand zu beschreiben, dass eine allgemein anerkannte Instanz einer anderen das Erfüllen einer besonderen (nützlichen) Eigenschaft bescheinigt. Unter Akkreditierung kann jedoch auch lediglich das Verfahren verstanden werden, das sich eingehend mit einer bestimmten Materie beschäftigt. Hierbei ist die Akkreditierung bereits die Aufnahme der Eigenschaftsuntersuchung und eben nicht die Bescheinigung des Endergebnisses.
Speziell im Hochschulbereich verfolgt die Akkreditierung folgende Ziele:
1. Qualität von Lehre und Studium sichern, um zur Fakultätsentwicklung beizutragen;
2. Mobilität der Studierenden erhöhen;
3. internationale Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen verbessern (nota bene: die Akkreditierung garantiert an sich noch nicht die internationale Anerkennung);
4. Studierenden, Arbeitgebern und Hochschulen die Orientierung über die neu eingeführten Bakkalaureus-/Bachelor- und Magister-/Master-Studiengänge erleichtern;
5. Transparenz der Studiengänge erhöhen.
Inwiefern Qualitätsverbesserungen durch Akkreditierungen erreicht werden ist umstritten. (…) Der Rechtswissenschaftler Joachim Lege fällt hinsichtlich der verfassungsmäßigen Zulässigkeit ein vernichtendes Urteil:
"Die Akkreditierung von Studiengängen ist trotz privatrechtlicher Organisation der Agenturen nach öffentlichem Recht zu beurteilen. Die Erteilung der Akkreditierung (das Akkreditat) ist ein Verwaltungsakt, wenn sie verbindlich über die Einrichtung oder Genehmigungsfähigkeit eines Studiengangs entscheidet. Enthält das Akkreditat keine verbindliche Entscheidung, ist eine gesetzliche Verpflichtung zur Akkreditierung angesichts des damit verbundenen finanziellen, zeitlichen und organisatorischen Aufwands unverhältnismäßig, d.h. nichtig. Eine Verpflichtung zur Akkreditierung besteht schon aus formalen Gründen nicht. Es fehlt bereits an 'anerkannten Stellen' (vgl. §28 V 2 LHG M-V), die sie durchführen könnten: Die Akkreditierungsagenturen bedürfen, weil sie hoheitliche Gewalt ausüben, der Beleihung. Diese ist bislang nicht erfolgt, noch kann sie auf Grundlage der jetzigen Gesetze erfolgen. Unabhängig von diesen rechtsstaatlichen Bedenken verstößt die Pflicht zur Akkreditierung von Studiengängen eklatant gegen Art. 5 III GG. Das Akkreditierungswesen lässt vom Wesen der Universität (vgl. auch Art. 19 II GG) kaum etwas übrig."[1]
Eingerichtet und kontrolliert werden die privaten Agenturen vom „Akkreditierungsrat (Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland), der in gesetzlichem Auftrag das Akkreditierungssystem der Hochschulen organisiert.“[2]
In Anlehnung an die sog. freie Wirtschaft hat die Politik mit dem Akkreditierungssystem einen entscheidenden Teil der Hochschulautonomie auf private Agenturen ausgelagert. Spätestens seit dem weltweiten Zusammenbruch der Banken und dem damit verbundenen Sog auf die globale Weltwirtschaft zeigt sich, wie unverantwortlich die Abschaffung der staatlichen Regulierung der Wirtschaft war. Der Steuerzahler hat auf Generationen hinaus die krummen Geschäfte einiger weniger zu bezahlen. Die falsche Ideologie der gegenwärtigen Politik und ihre verheerenden Konsequenzen werden in jedem der letzten Hefte von „Forschung & Lehre“ drastisch entlarvt:
„Heute hat ein von außen an die Universitäten herangetragenes ökonomisches Denken, das nicht wenige strukturelle Zwänge entwickelt, das Definitionsmonopol“, schreibt der Soziologe Clemens Albrecht (2009, 8-11) in seinem sehr lesenswerten Artikel, dessen Überschrift den Zustand und Ausweg zusammenfasst: „Die Zukunft der deutschen Universität. Von Steuerungsbürokratien und anarchistischer Unterwanderung“.
Wie bei den Banken zeigt sich auf dem Gebiet der Wissenschaft, dass sich die Rücknahme der staatlichen Aufsicht nicht bewährt hat. Angesichts nicht nur der Gefahr der Abhängigkeit von privaten Auftraggebern, sondern deren absehbaren Folgen, welche zum Ruf nach staatlicher und öffentlicher Aufsicht geführt haben[3], gilt für die in Verruf geratenen Ratingagenturen:
„Insbesondere stehen die Ratingagenturen in der Kritik, weil sie von ihren Auftraggebern bezahlt werden, deren Finanzprodukte sie bewerten sollen. Den Ratingagenturen wird vorgeworfen, sie hätten zu gute Ratings für die Finanzprodukte vergeben, weil sie die Aufträge haben wollten. Auf der anderen Seite stehen diesbezüglich auch die Banken in Kritik, da sie angeblich nur gute Bewertungen berücksichtigt hätten und anderen Ratingagenturen, die schlechte Bewertungen ausstellten, keine weiteren Aufträge gegeben hätten. Zudem hätten sie die schlechten Ratings nicht veröffentlicht, sondern andere, bessere, eingeholt“[4].
Die schlechte Erfahrung mit den Banken deckt sich mit der schlechten Erfahrung privater Ratingagenturen im Hochschulwesen. Ein Mehr an staatlicher Aufsicht erscheint dringend notwendig. Am Beispiel eines aktuellen Falles wird die Gefahr, für Geld den Kunden zu befriedigen, offensichtlich. Anhand der Neugründung einer privaten Hochschule in Neukirchen-Vluyn soll das Akkreditierungsverfahren exemplarisch beleuchtet werden.
II. Akkreditierungsverfahren, Auswahl von Gutachtern und Einflussnahme des Kunden
Der Verfasser erhält Kenntnis von dieser Neugründung durch eine Email der in Bonn ansässigen Akkreditierungsagentur AQAS, „Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen“. Diese Agentur schreibt auf ihrem Internetportal:
„AQAS e.V. ist als gemeinnützig anerkannt und arbeitet nicht gewinnorientiert. (…) Das deutsche Akkreditierungssystem ist so organisiert, dass die Akkreditierung von Studiengängen durch Agenturen erfolgt, die staatsfern organisiert sind und sich ihrerseits vom Akkreditierungsrat akkreditieren lassen müssen. Der Akkreditierungsrat wurde von den Bundesländern eingerichtet und hat die Aufgabe, Grundanforderungen an das Akkreditierungsverfahren zu definieren und dafür Sorge zu tragen, dass die Akkreditierung auf der Grundlage verlässlicher, transparenter und international anerkannter Kriterien erfolgt.“
Wie staatsfern diese Agentur arbeitet und wie verlässlich, transparent und international anerkannt ihre Kriterien tatsächlich sind, zeigt die Praxis. Hier ein Erfahrungsbericht zum Ablauf der Akkreditierung bei dieser Agentur:
1. AQAS fragt nach einem Gutachter und weist darauf hin, dass der einzige in Frage kommende Gutachter mit dem verlangten Fachgebiet nicht beauftragt werden darf, weil er vom selben Bundesland wie der Antragsteller kommt, auch wenn NRW dasjenige mit den meisten Einwohnern ist.
2. Also fragt AQAS bei einem Gutachter aus einem anderen Bundesland an. Diesem wird dann mitgeteilt:
„Vielen Dank für Ihre email und Ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Mitwirkung an einem Akkreditierungsverfahren von AQAS. Im Folgenden möchte ich Ihnen gerne weitere Informationen zu dem geplanten Verfahren geben:
Dabei geht es um ein Akkreditierungsverfahren an der neu zu gründenden Trudi-Schoop-Hochschule für künstlerische Therapien.
Die neu zu gründende Hochschule richtet sich an berufstätige Fachkräfte der Berufsfelder Gesundheit, Pädagogik und Soziales und wird ausschließlich Aus- und Weiterbildungsstudiengänge im Bereich künstlerischer Therapien anbieten. Standort der Hochschule wird das niederrheinische Neukirchen-Vluyn sein. Die Aufnahme ihrer Tätigkeit ist für den 01.01.2010 geplant. Der Konzeptantrag für die Gründung der Hochschule wurde bereits vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes NRW gebilligt. Die Akkreditierung der Studiengänge stellt die zweite Phase der Vorbereitung dar.
Vorgelegt wurden ein Bachelor-Studiengang in „Künstlerischer Therapie“ mit den Schwerpunkten Kunsttherapie, Musiktherapie sowie Tanz- und Bewegungstherapie sowie zwei weiterbildende Masterstudiengänge: „Künstlerische Fachtherapie Psychotraumatologie“ und „Künstlerische Kinder- und Jugendlichentherapie“, die gemeinsam in dem in Rede stehenden Verfahren begutachtet werden sollen.
Die Gutachtergruppe für das Verfahren wird sich aus insgesamt drei Vertreter/inne/n der Wissenschaft, einer/einem Vertreter/in der Berufspraxis und einer/einem Studierenden zusammensetzen. Die Aufgabe der Gutachtergruppe ist nicht nur bezüglich der Qualität des jeweiligen Studienprogramms verantwortungsvoll, sondern von dem Ergebnis der Akkreditierung hängt die staatliche Genehmigung der Studiengänge ab.
Der Ablauf des Verfahrens sieht vor, dass die Gutachterinnen und Gutachter folgende Aufgaben übernehmen:
o die Sichtung der Antragsunterlagen der Hochschule und Verfassen einer 2-seitigen Vorab-Stellungnahme,
o eine interne Besprechung der Gutachtergruppe am Nachmittag vor dem Begehungstag,
o eine eintägige Vor-Ort-Begehung am Hochschulstandort (Neukirchen-Vluyn am Niederrhein), bei der die Situation des Studienprogramms mit der Hochschulleitung, den Fachvertretern und Studierenden diskutiert wird,
o das gemeinsame Verfassen eines Bewertungsberichts mit Empfehlung zur Verbesserung der Qualität der Studiengänge, der die Akkreditierung oder die Akkreditierung mit Auflagen oder die Nicht-Akkreditierung der Studiengänge empfiehlt. Die Abstimmung des Berichts geschieht per e-mail.“
3. Der Gutachter erklärt arglos seine Unbefangenheit und stimmt zu.
4. Zu seiner Überraschung teilt ihm AQAS mit, der Antragsteller habe ihn unter Angabe angeblicher fachlicher Differenzen als Gutachter abgelehnt.
5. Auf die Nachfrage, worin die angeblichen fachlichen Differenzen bestünden, erklärt AQAS, der Antragsteller wünsche nicht, dass seine Identität preisgegeben werde.
6. Jetzt erst fällt auf, dass AQAS zwar eine Hochschule in Gründung und deren Standort, aber nicht den Antragsteller genannt hat. Doch trifft zu, dass der Gutachter gegenüber einer Hochschule in Gründung tatsächlich unbefangen ist, da er von dieser bislang noch nie etwas gehört hat. Der ihm nach wie vor unbekannte Antragsteller wurde ihm geflissentlich verschwiegen. Erst jetzt entlarvt sich das Vorgehen von AQAS als keineswegs transparent.
7. AQAS stellt nun den Gutachter als Lügner dar. Der Hochschulverband verwahrt sich gegen die von AQAS betriebene Rufschädigung eines unbescholtenen und renommierten, im Gutachterwesen seit Jahrzehnten erfahrenen Gutachters. Der Vorsitzende von AQAS selbst schreibt nun, dass der ominöse Antragsteller nicht nur fachliche, sondern sogar persönliche Differenzen geltend gemacht habe.
8. Das Ministerium, das laut Gesetz der Informationspflicht unterliegt, teilt mit, dass der Antragsteller verlangt habe, dass seine Identität verschwiegen wird. Es stellt jedoch anheim, dessen Promotion untersuchen zu lassen, falls diese als zweifelhaft angesehen werde. Diese Fährte führt zu gleich zwei möglichen Adressen.
9. Inzwischen war bekannt geworden, dass im März 2009 an der Heilpädagogischen Fakultät (neuerdings Fakultät für Humanwissenschaften genannt) der Universität Köln eine Tagung zur Kunsttherapie stattfindet. In deren Ankündigung taucht der Name des für seine dubiosen Hochschulgründungen, Täuschungen, Diffamierungen und mehrfachen Titelschwindel nur allzu bekannten Decker-Voigt auf, der vom Kaufmannsgehilfen ohne Universitätsstudium zum Professor aufgestiegen und als jahrzehntelanger Promotionsausschussvorsitzender zwei Tage nach Selbstanzeige wegen Titelschwindels hausintern promoviert worden war. Der renommierte Vorsitzende des Vereines für Wissenschaftsrecht, Univ.-Prof. Dr. jur. Dieter Leuze, hatte in der Deutschen Universitätszeitung Decker-Voigts regelwidrige Turbopromotion als „eklatanten Verstoß gegen akademische Konventionalregeln“ gebrandmarkt. Aufgrund des Ministeriumsvermerks gelangte nun der vielfache „Hochschul“-Gründer Decker-Voigt ins Visier. Die von ihm gegründete „Hochschule“ in Freiburg war vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium 2002 als illegal verboten worden. Die andere von Decker-Voigt gegründete „Institution ohne Hochschulstatus“ (www.anabin.de) im Schweizer Kanton Wallis entpuppt sich als Titelmühle, die für teures Geld akademische Grade ausstellt, die laut schriftlicher Mitteilung des Sekretariats der Kultusministerkonferenz der Bundesländer Deutschlands weder in der Schweiz noch in Deutschland geführt werden dürfen. An solch einer Titelmühle in Kalifornien hatte auch Decker-Voigt seinen „Ph.D.“ gekauft, noch dazu im Fach Psychologie, das er nie studiert hat. Was aber hat Decker-Voigt mit einer Hochschule in Neukichen-Vluyn zu tun?
10. Der Hinweis des Ministeriums auf eine möglicherweise zweifelhafte Promotion kann jedoch ebenso auf den Verantwortlichen für die Kunsttherapietagung im März 2009, den Diplompädagogen Udo Baer, zutreffen. Dieser wohnt in einem abgelegenen Bauernhof in Neukirchen-Vluyn und bietet dort in seiner Zukunftswerkstatt kreativ Kurse an, an denen offenbar hauptsächlich Personen ohne Abitur teilnehmen. Udo Baer wurde 58jährig, im selben Alter also wie der für seine jahrzehntelangen Schwindel bekannte Decker-Voigt nach seiner Selbstanzeige im Jahre 2002, promoviert und zwar kurioserweise von einer 68jährigen Bremer Soziologieprofessorin, die nach Abschaffung des Fachs Sozialpädagogik für die Einrichtung des Faches Gesundheitswissenschaft eingetreten ist und als Gesundheitswissenschaftlerin tätig ist, ohne Medizin studiert zu haben, und von einem ebenfalls ins Pensionsalter gelangten Kölner Fachhochschulprofessor als Zweitgutachter. Das im Selbstverlag Affenkönig erschienene Buch ist bezeichnenderweise nicht als Dissertation ausgewiesen; Udo Baer ist sich augenscheinlich bewusst, dass es für eine solche eigentlich nicht taugt.
Die Mosaiksteinchen a) Hochschulgründung in Neukirchen-Vluyn, b) evtl. dubiose Promotion des Antragstellers, c) gemeinsame Tagung zur Kunsttherapie der beiden Herren, die beide im fortgeschrittenen Alter unter merkwürdigen Umständen promoviert wurden, deuten auf den durch seine falschen Titel und Hochschulgründungen berüchtigten Decker-Voigt und auf Udo Baer, der sich als Sprachrohr in Diffamierungskampagnen für ihn in besonderer Weise zum Affen macht, womit der Verlagsname Affenkönig die Dimension erhält, die er verdient.
11. Entgegen ihrer eingegangenen Verpflichtung hat AQAS keine Beschwerdestelle eingerichtet. So war die Benachrichtigung des Akkreditierungsrats unumgänglich. Dieser will ebenfalls nicht den Antragsteller nennen und verweist in seiner Antwort auf die Webseite www.kreativtherapien.de/skandal.htm. Da sich diese Webseite ausschließlich mit Decker-Voigts Betrügereien und mit der ihm von den Hamburger Behörden gewährten Narrenfreiheit hinsichtlich der Anzeigen von 1987, 2002 und 2006 auseinandersetzt, weist die vom Akkreditierungsrat gelegte Spur auf Decker-Voigt hin. Weder mit diesem noch mit dem Diplompädagogen Udo Baer, der sich fälschlicherweise als Psychotherapeut ausgibt und in dessen Verlag Affenkönig Decker-Voigts Buch mit dem falschen Titel „M.A.“ vertrieben wird, hat der angefragte Gutachter „persönliche und fachliche Differenzen“. Wenn eine im Impressum unter Angabe der Geschäftsstelle ausgewiesene, von dem ehrenamtlich tätigen Präsidenten des ältesten Berufsverbands für künstlerische Therapien in Europa übernommene und mit keinem Buchstaben geänderte Webseite als Vorwand für Befangenheit deklariert wird, nur weil sein verstorbener Vorgänger im Auftrag der Verbandsmitglieder aufgrund von Presseberichten über Decker-Voigts „atypische“ Karriere einen Strafantrag gegen diesen wegen Anstellungsbetrugs und Titelmissbrauchs und schwerer Schädigung des Berufsstands künstlerischer Therapien stellen musste, die aufgrund von Decker-Voigts Lügen und abwegigen Psychologisierungen wie 1987 auch 2002 von den Hamburger Justizbehörden wieder abgewiesen worden war, dann wären alle Hochschulrektoren und Bürgermeister als befangen abzulehnen, sobald diese zu einem Hochschulmitglied bzw. Bürger, den sie persönlich gar nicht kennen, befragt würden. Man sieht, wie grotesk die Ausreden von AQAS und des sie schützenden Akkreditierungsrats sind. Der angefragte Gutachter hat dementsprechend beantragt, der AQAS die Genehmigung für Akkreditierungen zu entziehen. Im Grunde gehört auch der Akkreditierungsrat, der solche Machenschaften verteidigt, abgeschafft.
12. Indem sich auch der Akkreditierungsrat die Scheinargumente der Akkreditierungsagentur AQAS und ihres Kunden zu eigen macht und weder den Antragsteller nennen noch seine Vorwürfe konkretisieren will, erweckt auch er einen zutiefst unguten Eindruck. Da Udo Baer der Presse gegenüber erklärt hat, dass er mit niemandem Unstimmigkeiten habe[5], obgleich er sich seit Jahren für massivst verlogene Rufmordkampagnen hergibt, bleibt scheinbar nur noch Decker-Voigt übrig, dessen Klage über die Feststellung, dass er Solidaritätsbekundungen organisiert, unverfroren Lügen auftischt und diffamiert, das Landgericht Hamburg am 6.2.2009 abgewiesen hat. Demnach wären diesem die Namen der von AQAS ausgesuchten Gutachter mitgeteilt und wäre ihm die Möglichkeit der Ablehnung geboten worden, wovon dieser mit bis heute nicht überprüfbaren, offensichtlich falschen Vorwänden Gebrauch gemacht hätte.
III. Der Antragsteller
Auf weitere Nachfrage bestätigt das Ministerium Udo Baer als Antragsteller. Wer aber ist Udo Baer? Auf http://www.therapie-kreativ-baer.de gibt er an:
„Jg. 1949. Dr. phil., Dipl. Pädagoge, Kreativer Leibtherapeut. (…) Ich habe drei Kinder und lebe mit meiner Familie, einem Hund, einer Katze, dem Esel „Filou“ und den Bergziegen „Zicke“, „Blacky“ und „Mozart“ auf einem ehemaligen Bauernhof am Niederrhein.“
Auf derselben Webseite stellt sich seine Frau, mit der er sein Unternehmen betreibt, vor:
„Jg. 1952, Diplom-Pädagogin, Kreative Leibtherapeutin (HPG), Kreative Traumatherapeutin. (…) Ich bin Mutter einer Tochter sowie zweite Mutter zweier Söhne und lebe am Niederrhein auf einem ehemaligen Bauernhof.“
In den Ankündigungen ihrer Bücher, die allesamt nicht wissenschaftlich genannt werden können, auch wenn sich darunter die nicht also solche kenntlich gemachte Dissertation von Udo Baer von 2008 befindet, nennen sie sich „die beiden Psychotherapeuten“, obgleich sie weder Psychologie studiert noch die Approbation als Psychotherapeuten erworben haben, und bezeichnen sich außerdem als Musik-, Kunst- und Tanztherapeuten. Auf keinem der komplexen Gebiete haben sie jedoch irgendein Studium absolviert.
Udo Baer gibt auf seiner Webseite folgende Auskunft:
„Ich bin beruflich gestartet als Hausmann, habe in einer Wohngemeinschaft gelebt und hatte einen Sohn, der während des Studiums geboren wurde. Und dann kam ein dreiviertel Jahr später noch ein Mädchen aus einer anderen Familie dazu. Meine damalige Frau und die anderen beiden in der Wohngemeinschaft haben gearbeitet. Ich bin zu Hause geblieben und habe auf die beiden Kleinen aufgepasst und habe geputzt und gekocht und ‚das Übliche’ gemacht. Das war damals noch ein bisschen selten. Das war wichtig, es hat mir gut getan und auch der Beziehung zu Kindern und zur Kindheit. Das andere war, dass ich nebenbei abends über eine ganze Weile bei Volkshochschulen hier in der Region Seminare gegeben und Kurse durchgeführt habe. Ich war in der politischen Bildung und Erziehungsbildung tätig. Es war eine spannende Zeit, es ging oft wie Kraut und Rüben durcheinander und aus den Kursen ist nicht immer das geworden, was drauf stand. Dann war ich damals sehr politisch aktiv für Menschenrechte, also auch für Bürgerrechtsbewegungen in der dritten Welt und Unabhängigkeitsbewegungen und Chile usw. und hatte darüber viele Kontakte gehabt. Pädagogik habe ich viel, mehr als im Studium glaube ich, darüber gelernt und über das Ausprobieren, Diskutieren und Machen. Ich habe in Duisburg in einem sozialen Brennpunkt in einer Mieterinitiative mitgemacht, habe daraus einen Bürgerverein mit aufgebaut und mich in einem anderen Stadtteil im Duisburger Norden, der eine Art türkisches Ghetto hatte, an einem Projekt mit türkischen Jugendlichen beteiligt. In der Gemeinwesenarbeit vor Ort habe ich mit türkischen und deutschen Familien in einem sozialen Projekt mitgearbeitet und bin erst als Honorarkraft, dann als Teilzeitkraft usw. immer mehr da eingestiegen. Und dann habe ich irgendwann selber einen Projektleitungsauftrag bekommen und habe über Mittel des Bundesjungendplans und Stiftungen im Duisburger Süden ein Modellprojekt aufgebaut, Gemeinwesenarbeit, es ging auch darum, türkische Ghettos aufzulösen und Brücken zu bauen zwischen deutschen und türkischen Wohnbereichen etc. Das Gleiche machte ich dann noch mal nachher in Duisburg-Marxloh.“
Freimütig erzählt er weiter:
„Mir ging das mit der Musik so: Ich habe als Kind im Osten zwei, drei Jahre lang Klavier gespielt. Auch einmal Geige, genau eine Stunde. Es war der Traum meines Vaters, der auch ein bisschen Geige gespielt hat. Dann sagte der Geigenlehrer, ich sollte mit Holz doch etwas anderes machen als eine Geige in die Hand nehmen. Holz hacken z. B. oder solche ehrbaren Tätigkeiten. Aber Klavier habe ich länger gespielt und das wohl auch nicht schlecht, und das war mit der Flucht weg. Absolut weg. Wir hatten danach ein dreiviertel Jahr Flüchtlingslager und als Arbeiterfamilie dann auch kein Klavier, es ging nicht. Aber es war auch innerlich weg. Ich konnte dann später, als ich es noch mal probierte, nicht mehr rechts-links koordinieren, konnte keinen Ton treffen, selbst beim Singen, das ist immer noch schwierig. Ich singe viel, aber wenn mir jemand einen Ton vorgibt, den ich singen soll, ist es aus. Ich habe es dann versucht therapeutisch zu bearbeiten, aber nicht alle Wunden heilen. Als Erwachsener habe ich mir in der Duisburger Zeit Gesangsunterricht genommen, aber die Gesangslehrerin ist dann nach einigen Wochen nach München gezogen, wohl auch, weil es der einfachste Weg war, mich los zu werden. Die war so erleichtert, dass ich nicht mit nach München kam! Sie hat sich für jede Stunde etwas Neues ausgedacht, aber da sie ein gutes Gehör hatte, war mein Gesang für sie eine Folter.“
Unverfroren und bar jeglichen Sinns für Musik und ohne jegliche Musiktherapieausbildung nennt sich Udo Baer aber Musiktherapeut!
„Ich habe auch bei der Tanztherapie einige Seminare gemacht, fast immer als einziger Mann usw., (…) Ich habe mich oft und gerade in der Tanztherapie so etwas von beschämt und vorgeführt gefühlt. Ein paar Mal haben wir überlegt, ob wir abreisen, haben uns das dann aber nicht getraut. Oder die Art von Tanz- und Bewegungstherapie, bei der ich immer noch fast Haarausfall kriege: Jemand hat ein Problem und dafür wird dann die richtige Bewegung gesucht, die das Problem lösen kann. Das war damals so ,in’. Und dann haben sie an mir und anderen rumgebastelt, welche ,richtigen’ Bewegungen man machen muss – Horror, absoluter Horror! Also Beschämung und Vorführen war das. Mir fallen viele Beispiele ein, die auf diese Weise gegen Klientenkompetenz sprechen. Eine Tanztherapeutin aus den USA wurde eingeflogen, die hatte dann solche Schwachsinnstheorien, dass der analen Phase die Marschmusik entspricht und dann sollte man erstmal in der Marschmusik Bewegungen tanzen, um diese anale Phase zu überwinden und dann kam die andere Phase, die einer anderen Musik entsprach usw. Wir sind immer wieder Zuweisungen psychischer Störungen und körperlicher Symptome zu Entwicklungsphasen begegnet. Und die waren platt und missachtend und haben den Individuen Gewalt angetan. Wir konnten damals keine Alternativen entgegen setzen, aber wir waren uns immer einig, dass wir das doof und beschämend fanden, uns und auch anderen gegenüber wie Missbrauch empfanden, weil es nicht passte und nicht stimmte. Wir waren dann in der Suchbewegung, wie es anders gehen könnte, ohne das irgendwie zu können.“
So recht Udo Baer mit seiner Kritik an der von Privatausbildungen angebotenen sog. Tanztherapie hat, da sich auf diesem Gebiet zumeist Personen tummeln, die bestenfalls Sport studiert haben, was mit „künstlerisch“ nichts zu tun hat, rechtfertigt diese Erfahrung nicht, sich als Experte für Tanztherapie aufzuführen. Noch dazu nennt er sich Kunsttherapeut. Mit welcher Berechtigung? Möge er wieder selbst berichten:
„“Ja, und ich habe Bilder gemalt und bin oft nicht gefragt worden, was ich gemalt habe und was das für mich bedeutet, sondern da hat irgendeine Person gemeint, dass das Rot mit der Mutter zu tun hatte und sonstigem Ödipalen oder bestimmten Einstellungen, hat also herumgedoktert und hineininterpretiert und das fanden wir einfach nicht passend. Da steckt ein alter Trotz mit drin, aber das ist kein Trotz im Sinne von Selbstzweck, sondern es hat etwas mit der Verteidigung von Würde und Eigensinn zu tun. So würde ich es heute formulieren. Was wir beide gerade bei den Bewegungs- und Tanzseminaren sehr, sehr stark abgelehnt haben, war dieses Gerede von der ‚authentischen Bewegung’ und dieser Satz: ‚Du bist nicht authentisch.’ Oder: ‚Diese Bewegung ist nicht authentisch.’ Das ist ein derartiger Killersatz, das ist ein Hammer. Die Frage ist, wer entscheidet eigentlich, was ‚authentisch’ ist? Und der Satz: ‚Du bist im Widerstand!’, ja und? Was heißt das? Selbst wenn ich etwas nicht spüre, dann ist das ein Teil von mir und authentisch. Das ist ein Satz, der damals in der ganzen Szene, auch Gestaltszene, ,in’ war, für den wir zwar keine Alternative wussten, aber gemerkt haben, das stimmt nicht und das macht fertig. Ich habe mehrere Einzeltherapien gemacht, auch Lehrtherapien, nacheinander, gute und schlechte. Dabei habe ich eine Erfahrung mit einer Therapeutin gehabt, die einen Kopf kleiner war als ich, und die fand es doof, dass ich einen Kopf größer war und in vielen Sachen eine größere Klappe hatte und dass ich ein Mann war. Das war eindeutig, nur hat sie es nicht gesagt. Wir haben ein Jahr lang genau darum einen Eiertanz gemacht. Ich würde heute sagen, sie ist nicht ins Gegenüber gegangen. Sie hat sich als Person aus der (therapeutischen) Beziehung herausgehalten und nur immer wieder etwas gesucht, was für mich gut ist, aber nie die Beziehung geklärt. Ich habe dabei bemerkt, dass wir ein Jahr auf der Stelle getreten sind, bis ich dann gegangen bin, weil es mir wirklich nichts gebracht hat. Solche Erfahrungen habe ich mehrere.“
Reichen diese Erfahrungen, um sich Musik- und Kunsttherapeut zu bezeichnen, wie zu den Autorenangaben auf den Rücken der in seinem Selbstverlag Affenkönig gedruckten Bücher zu lesen ist?
Nicht minder bezeichnend für die Mentalität der Baers ist ihr weiterer Werdegang.
„Es gab mehrere Sprünge und es gab auch dabei wieder mehrere Suchbewegungen. Die erste war, dass wir an einen Punkt kamen, wo wir gesagt haben, einer von uns muss aus den festen Arbeitsstellen herausgehen, wir können das nicht alles nebenbei machen, sondern wir müssen und wollen es einfach intensiver und professioneller machen. Daraufhin haben wir relativ schnell bei meiner Arbeitsstelle aufgehört, im Duisburger Norden ein Büro gemietet, den Verein gegründet und haben angefangen zu arbeiten und verschiedene soziale Projekte zu beginnen. Den Verein, damals die Zukunftswerkstatt e.V., haben wir mit mehreren anderen gegründet, zwei der Leute sind gleich wieder gegangen, die anderen waren zum Teil aus der alten Theatergruppe usw. In diesen ersten zwei, drei Jahren haben wir schon ganz gute Arbeit gemacht, aber es war auch eine intensive Such- und Lernbewegung. Der Sprung war, dass wir uns selbstständig machten und nicht nur versucht haben, das, was wir anzubieten hatten, irgendwo anders unterzubringen. Wir haben mit demenzkranken Menschen gearbeitet, in Altenheimen mit Heimleitern, die wir kannten, im Duisburger Norden, hier in Neukirchen-Vluyn, in Langenfeld usw. Die Gruppen hießen z. B.: ‚Ich bewege mich, ich lasse mich bewegen.’ Wir haben bei der Arbeit mit den Demenzkranken gemerkt, dass sie ein Körpergedächtnis und ein sinnliches Gedächtnis haben, nicht nur ein kognitives. Wir haben diese Erfahrungen dann in einer Fortbildung in Kooperation mit dem Bezirksverband der AWO umgesetzt, bei der wir Leute qualifiziert haben, in diesem Bereich etwas anzubieten. Wir haben daraus über ABM und Stiftungsmittel Projekte in Duisburg, am Niederrhein, in Bielefeld entwickelt, wie die ‚Mobile Orientierungsschule’ für altersverwirrte Leute. Die Kollegen und Kolleginnen sind dann in die Heime und Altentagesstätten gegangen und haben dort Kreative Therapie gemacht. Da wussten wir, wir müssen lernen. Das haben wir beim FPI oder sonst irgendwo nicht gelernt, wie man das macht. Die meisten kannten damals alte Leute nur aus der Ferne, aber nicht aus den Altenheimen und auch keine Demenzkranken etc. Das war eine wichtige Suchbewegung und Pionierarbeit. So kam es zur Gründung des Gesundheits- und Bewegungszentrum im Duisburger Norden. Im sozialen Brennpunkt haben wir Räume gemietet, 200m². Gabriele hat es geleitet. Dort haben wir Gruppen angeboten wie z. B. Rückenschule. Und mit Leuten, die schon seit 20 Jahren Migräne hatten und jede Woche zwei schwere Anfälle, haben wir Anti-Kopfschmerzgruppen durchgeführt, den Schmerz malen lassen, das Gegenteil des Schmerzes. (…) ‚Herzbegleitung’ haben wir diese Gruppe dann genannt. (…) Bei Horten in der Cafeteria habe ich mit einem Arzt Bewegungsarbeit gemacht mit 150 älteren Menschen, die ihre Torte gegessen haben und die ich beim Kaffeetrinken gestört habe. Wir haben Schaufenster gestaltet, z. B. über gesunde Ernährung – wir haben alles Mögliche gemacht. Gabriele war in der Rheuma-Liga. Wir haben gesagt: ‚Rheuma, keine Gymnastik, da muss man etwas Sanftes machen.’ Da hieß unser Konzept: ‚Sanfte Knochenarbeit’. Für die Arbeit mit Suchtkranken haben wir von der Stiftung Aktion Sorgenkind ein Jahr lang eine Finanzierung bekommen. Wir hatten also ein Gesundheits- und Bewegungszentrum mit allem drum und dran. Dort haben wir viel ernsthaft ausprobiert und noch mehr gelernt und sind auch viel auf die Nase gefallen. Vieles haben wir wieder verworfen und mussten das, was wir so kannten, aus der Therapieausbildung, aus dem Kreativen, aus der Politischen- bzw. Erwachsenenbildung zusammenfügen – immer mit Versuch und Irrtum. Als manches lief, haben wir gemerkt, wir müssen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einstellen. Leider war das eine wirkliche Katastrophe, was damals teilweise an Leuten kam. Dann haben wir Leute aus den Ausbildungsinstituten geholt, wo wir gelernt hatten, aber viele konnten diese Arbeit nicht. (…) Dabei haben wir beschlossen: Wir müssen Leute ausbilden. Wir sind zu unserem Ex-Institut und den Kollegen und Kolleginnen gegangen und alle haben gesagt, wir sollten mal machen. Und als wir das machten, empfanden sie uns als Konkurrenz. Wir haben mit dem Arbeitsamt gesprochen und haben als einjährige Vollzeitfortbildung „Tanz-Sozialtherapie“ angeboten. Als Tanz- und Bewegungsarbeit im sozialen Feld. Ein Jahr Vollzeit, vom Arbeitsamt gefördert. (...) Wir haben unsere Zeitschrift gegründet und ganz viel dazu geschrieben, immer wieder Artikel über SMEI, Arbeit mit Demenzkranken, Migränearbeit, Rückenschule usw., immer auf dem Hintergrund von Praxis. Dazu haben wir dann aus Büchern kopiert und Texte und Skripte zusammengemixt, ein bisschen Analyse, ein bisschen Gestalttherapie, ein bisschen Integrative Therapie, eben was wir auch kannten.“
Dies nennen die Baers kreativ. Udo Baer berichtet:
„Laura Sheleen, die mit Labyrinthbewegungen und Bewegungsritualen gearbeitet hat. Gut, das haben wir später auch gemacht, aber eher um eigene Bewegungsrituale zu entwickeln, nicht so sehr mit diesen alten archetypischen Formen. Diese Therapeutin hat auch einen Grundsatz vermittelt: Wo etwas rauskommen soll, muss vorher erstmal was reinkommen.“
Daran hapert es zweifellos bei Herrn und Frau Baer. Auf keinem Gebiet, das sie in ihrer Hochschule anbieten wollen, haben sie eine qualifizierte Ausbildung. Was beide über ihre Fortbildungsseminare am Fritz-Perls-Institut berichten, bestärkt diesen Eindruck. Frau Baer sagt z. B.:
„Theorie mit einbeziehen oder so, das gab es gar nicht. Also Theorie war etwas, was außerhalb stand, das war halt Petzold lesen und zu verstehen versuchen, aber das hatte jetzt nichts mit der praktischen Ausbildung zu tun, war nicht irgendwie integriert. (…) Wir sind im weitesten Sinne ein Teil der Tiefenpsychologie.“
Mit Tiefenpsychologie hat das, was die Baers machen, im normierten Sinn des Begriffs nichts zu tun. Das muss auch für Musik-, Tanz- und Kunsttherapie so gesagt werden. Auf die Frage „ganz explizit nach euren aktuellen kreativ-leibtherapeutischen Ideen zum Thema Kreative Leibtherapie“ antwortet Frau Frick-Baer in Bezug auf Musik unmissverständlich:
“An Musik ist es am ehesten das Monocord, also viele Seiten, die auf einen Ton gestimmt sind, in dem alles steckt, das muss dann aber natürlich genau der Ton sein, der es gerade sein muss, nicht der, den irgendwer bestimmt hat, sondern meiner. Als Satz ist für mich der wichtigste: „entweder und oder“.“
Ihr Mann ergänzt nicht weniger aufschlussreich:
„Klang, hm, es gibt ganz viele. Mir fallen sofort sehr viele Klänge ein, die Klienten und Klientinnen produziert haben. Ja, ich liebe zurzeit sehr das Klavier. Ich habe mehrere Szenen in der letzten Zeit erlebt, in denen Leute auf dem Klavier ihren Ton suchen und finden oder auf dem Ballafon oder egal auf welchem Instrument. Letztens war da ein junger Mann, der hat zuerst den Ton gefunden, wie er ist, wenn er sich verloren hat, wenn er keinen Ton hat. Paradox aber stimmig, und dann hat er seinen persönlichen Ton gefunden. Der Moment, in dem dieser Ton kommt, das ist Kreative Leibtherapie. Was mir auch noch als Klang in den Sinn kommt, ist die Stille nach dem Atmen oder die Stille zwischen den Atemzügen. Dieser Moment der Atempause.“
Mit Musik und auch mit Musiktherapie hat das alles nichts zu tun. Jegliche Substanz fehlt bei den beiden auch für die anderen von ihnen angebotenen Ausbildungen. Trotzdem bieten sie diese an und werben:
„Die Zukunftswerkstatt therapie kreativ bietet seit 1987 in vielen Regionen Aus- und Fortbildungen in Tanz- und Bewegungstherapie, Musiktherapie und Kunsttherapie an.
In unseren Fachbereichen Kreative Supervision, Kreative Traumatherapie, Paar- und Beziehungstherapie, Kinder- und Jugendlichentherapie, Gerontopsychiatrie, Essstörung, Psychoonkologie und Psychiatrie können Sie zwischen zahlreichen Fachfortbildungen wählen.“
Offensichtlich hat sich niemand die Mühe gemacht, die Anträge näher zu prüfen. Trotz derart dürftiger Qualifikation hat das Diplompädagogen-Ehepaar es zu folgenden Anerkennungen geschafft:
Staatliche Anerkennungen: Anerkennung als Ersatzschule der Bezirksregierung des Landes
Nordrhein-Westfalen zur Durchführung von Bildungsangeboten seit Juni 2005
Fortbildungspunkte: Anerkennung von Fortbildungspunkten für Weiterbildungen der Zukunftswerkstatt therapie kreativ für Ergotherapeut/innen, Logopäd/innen (Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie) und Physiotherapeut/innen: Zugelassene Mitarbeiter/innen der Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie müssen jährlich Fortbildungspunkte nachweisen. Dafür gibt es von den Spitzenverbänden der Krankenkassen festgelegte Fortbildungskriterien.
Nach diesen Kriterien können wir für einige Fortbildungen Punkte vergeben. Das sind:
· Tanz- und Bewegungstherapie Basics und Stufe 2 für Physiotherapie (Krankengymnastik)
· Kunst- und Gestaltungstherapie Basics und Stufe 2 für Ergotherapie
· Musiktherapie Basics und Stufe 2 für Logopädie
· Kinder- und Jugendlichentherapie Basics und Stufe 2 für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie
· ADS/ADHS für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie
Für jedes Wochenende können 22 Punkte vergeben werden, für eine Woche 44 Punkte. Die Bescheinigung stellt die Geschäftsstelle auf Anforderung des Teilnehmers, der Teilnehmerin aus.
Für Einzelseminare können ebenfalls Fortbildungspunkte vergeben werden. Dies hängt allerdings vom Thema ab (z. B. Atemgesten für Logopädie) und wird im Einzelfall geprüft.
Fortbildungspunkte für Ärzt/innen und Psycholog/innen werden nach Bedarf beantragt.“
Wie der letzte Satz zeigt, besitzt das Paar den Mut, sogar Fortbildungspunkte für Ärzt/innen und Psycholog/innen zu annoncieren, obgleich weder Herr noch Frau Baer die von den Ärzte- und Psychologenkammern geforderten Qualifizierungen besitzen.
Ob solch erfolgreicher Selbstüberschätzung und offensichtlich fahrlässig ausgestellten Zertifizierungen nimmt es nicht wunder, dass Udo Baer sich anmaßt, Rektor einer wissenschaftlichen Hochschule zu werden und Professuren vergeben zu können.
IV. Verstrickungen der Agentur AQAS mit ihrem Kunden
Wie engmaschig der Filz ist, zeigt ein Blick in die personelle Besetzung der beteiligten Instanzen. Der Vorsitzende von AQAS ist der Prorektor der Kölner Universität, an der die erwähnte Tagung zur Kunsttherapie im März 2009 stattfindet. Der Antrag auf Anerkennung als Hochschule verlangt den Nachweis wissenschaftlicher Projekte. Als solches wird diese Tagung mit dem Anschein, sie sei von der Universität veranstaltet, getarnt. Die Räume der dortigen Heilpädagogischen Fakultät, die jetzt Fakultät für Humanwissenschaften heißt, wurden von Udo Baer unter Umgehung der zuständigen Seminar-Direktorin angemietet, was der Prospekt verschweigt und damit vortäuscht, es handle sich um eine wissenschaftliche Tagung des für diese Räume zuständigen Seminars für Kunsterziehung und Kunsttherapie. Noch dazu gehört dieser AQAS-Vorsitzende und Prorektor dieser Fakultät der Universität Köln an. Deutlicher kann der Filz nicht aufgezeigt werden: Die Ratingagentur arbeitet mit ihrem Kunden zusammen, der sie bezahlt.
Eine bemerkenswerte Parallele verbindet den in Personalunion firmierenden Prorektor, AQAS-Vorsitzenden und Betreuer seines Kunden für vorgeschobene wissenschaftliche Projekttätigkeit mit dem an dieser Tagung beteiligten Decker-Voigt. Der AQAS-Vorsitzende wurde an dieser Fakultät im Jahr 2008 hausberufen auf eine Professur für Behindertenpädagogik, wofür er nicht ausgewiesen ist, und zwar auf einer Einerliste und ohne Berufungsverfahren mit Konkurrenten. Die Parallelen der Karrieren sind evident.
So wundert es auch nicht, dass sich Decker-Voigt in seinem Vortrag am 21.4.2007 in Berlin mit seiner „Arbeit für AQAS“ brüstet[6]. Tatsächlich ist er unter der Verfahrensnummer von AQAS 16068 als Gutachter für den Master-Studiengang Eurythmie im Fachbereich Darstellende Kunst der Alanus Hochschule in Alfter genannt[6a]. Man darf wohl mit Fug und Recht sagen, dass ein Decker-Voigt für die Bewertung dieses Studiengangs völlig unqualifiziert ist. Und so versteht es sich von selbst, dass auf der oben erwähnten Kunsttherapietagung in jener Fakultät, zu der der AQAS-Vorsitzende seit wenigen Wochen gehört, als einziger Professor der AQAS-Gutachter und vielfache Titeljongleur „Dr. phil., Dr. Dr., Ph. D., Dr. h.c., Psychologe, M.A., MA-Psychologe“ Decker-Voigt referiert, obgleich er von Kunsttherapie ebenso wenig Ahnung hat.
Behilflich bei der Beschaffung der Räume für diese Tagung war im übrigen der von der Musikschule freigestellte promovierte Gitarrenlehrer Kowal-Summek, der im Vorlesungsverzeichnis der Universität zu Köln als habilitiert ausgewiesen ist, obgleich er keineswegs habilitiert ist. Als bis 2011 befristete Lehrkraft für besondere Aufgaben ist er zuständig für die Studierenden, die das aufgelöste Seminar für heilpädagogische Musikerziehung/Musiktherapie zu Ende studieren dürfen. Seine musiktherapeutischen Kenntnisse erwarb er an der Zukunftswerkstatt der Baers in Neukirchen-Vlyn, obgleich dort niemand ist, der ein Musiktherapiestudium absolviert hätte. Das in seiner Selbsteinschätzung sich Decker-Voigt zum Vorbild nehmende Ehepaar Baer gibt sich selbstredend als Musiktherapeuten aus. Kowal-Summek, nach der Emeritierung des renommierten Univ.-Prof. Dr. Walter Piel trotz fehlender diesbezüglicher Qualifikation nun für heilpädagogische Musikerziehung/Musiktherapie zuständig, vergab an Frau Waltraud Barnowski-Geiser[7] einen Lehrauftrag von zehn Semesterstunden, die sie zu Blöcken zusammenfassen darf. In der von der Universität zu Köln herausgegebenen Universitätszeitung vom 6.12.2008 heißt es:
„In Kooperation mit der Zukunftswerkstatt therapie kreativ, einem Institut für kreative Leibtherapie, bietet der Fachbereich Heilpädagogische Musikerziehung/Musiktherapie im Departement Heilpädagogik und Rehabilitation an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln seit dem Sommersemester 2008 nun eine Zusatzausbildung für leiborientierte Kindermusiktherapie an. „Für Studierende ist das eine optimale Gelegenheit, sich schon während des Studiums auf ihr zukünftiges Arbeitsfeld vorzubereiten und damit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen“, so Dr. Ludger Kowal-Summek, der die Kooperation mit der Zukunftswerkstatt federführend vorangetrieben hat. In fünf Seminaren werden wesentliche Methoden und Inhalte vermittelt und Einblicke in die kindliche Gefühlswelt gegeben. Eine anschließende Supervision gibt den Studierenden Gelegenheit, sich selbst zu reflektieren.“ [8]
Und nun der Gipfel der offensichtlich vom Dekan jener Fakultät und jenem ihr angehörenden Prorektor und AQAS-Vorsitzenden genehmigten Abmachung: Den Teilnehmern werden die Seminare als Elemente der von den Baers auf ihrem Bauernhof durchgeführten kostenintensiven Musiktherapiefortbildung angerechnet. Der Handel sieht also so aus: Die private sog. Zukunftswerkstatt[9] erhält nicht nur einen von der Universität zu Köln bezahlten Lehrauftrag und die kostenlose Nutzung von Räumen und Musikinstrumenten der Universität, sondern darüber hinaus auch noch den beträchtlichen geldwerten Vorteil eingeräumt, die Studierenden, die allesamt Abitur haben und Sonderschullehrer oder Diplom-Heilpädagogen werden wollen, dazu zu bewegen, ihr Geld an das Unternehmen Zukunftswerkstatt, an der hauptsächlich Leute ohne Abitur teilnehmen, hinzutragen. Ob diese Kooperation mit dem Wettbewerbsrecht kollidiert, bedarf dringend der Untersuchung. Außerdem ist hierzu die Rechtsaufsicht des Landes über seine Hochschulen gefordert.
Eine nicht weniger auffällige Geistesverwandtschaft findet sich zwischen den Baers und Decker-Voigt. Auch Decker-Voigt hat sich bis zur Abmahnung durch den Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen fälschlicherweise Psychotherapeut genannt, wie dies Udo Baer und seine zweite Frau Gabriele Frick-Baer seit vielen Jahren noch immer tun.
Noch dazu zeigen die Listen der Lehrkörper an Decker-Voigts Institut und an dem von ihm in Klein Jasedow mitgegründeten „Studiengang Musiktherapie“[10], dass dort ein Stefan M. Flach Rechtskunde für Musiktherapeuten lehrt, obgleich er keinerlei Hochschulstudium absolviert hat und sein als Vorwand für seine Dozententätigkeit vorgelegtes Machwerk aufgrund der zahlreichen falschen Angaben geradezu gefährlich ist (s. die Rezension seines Buches). Es ist zu befürchten, dass Flach auch an dieser Neugründung seine dilettantische und falsche Rechtskunde erteilt. Selbstverständlich darf davon ausgegangen werden, dass sich Udo Baer und Stefan M. Flach aus Kalkül für den einflussreichen, stets straffrei davon gekommenen Gründer mehrerer teilweise verbotener „Hochschulen“ und vielfachen Titeljongleur „Dr. phil., Ph.D., Dr.Dr., Dr.h.c., M.A., Psychologe, MA-Psychologe“ Decker-Voigt haben vereinnahmen lassen. Die Zurückweisung von Flachs Klagen von den Gerichten in München und Weilheim i.O. trifft auch auf den Antragsteller Udo Baer und Decker-Voigt als Inhaber der Domain, auf der Baer und Flach trotz des Spruchs des Oberlandesgerichts München vom 9.4.2008 weiterhin ihre verlogene Kampagne betreiben, zu.[11]
V. Vereinnahmung des unpassenden Namens einer Künstlerin
Nicht weniger irreführend ist der Name der Hochschule in Gründung, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Zwar gibt es ein im Selbstverlag herausgebrachtes Buch „Leibbewegungen“ aus dem Jahre 2001, also viele Jahre bevor Udo Baer den Doktortitel erwarb. Aus Sicht von Tanztherapieexperten lohnt es sich nicht, darüber ein Wort zu verlieren, ebenso wenig wie über die Neuauflage mit dem abstrusen Titel „Leibbewegungen, Herzkreise und der Tanz der Würde“. Wie Decker-Voigt sein 1997 gegründetes Unternehmen mit dem profitmaximierenden Namen des Künstlers Herbert von Karajan, der sich dagegen nicht mehr wehren kann, dekoriert, so wird für die Aufwertung des abgelegenen Bauernhofs in Neukirchen-Vluyn der Name der ebenfalls schon längst toten Künstlerin Trudi Schoop missbraucht. Noch dazu wird die „Hochschule“, deren wissenschaftliche Substanz nicht ansatzweise ersichtlich ist, auch noch als „künstlerisch“ deklariert. Auch für diese Bezeichnung gibt es nicht die mindeste Rechtfertigung. [12]
VI. Fazit
Man sieht: Während das sächsische Wissenschaftsministerium nach Bekanntwerden der Presseberichte zu Decker-Voigt im Jahr 2005 Konsequenzen zog und ihn aus der Findungskommission in Dresden geworfen hatte, als es im Internet auf die Aufklärung über Decker-Voigts jahrzehntelangen vielfachen Schwindel, Nutznießer und Machenschaften gestoßen war, und damit verhinderte, dass eine Bewerberin mit dem falschen, von jener Decker-Voigt-Gründung in Wallis erstandenen „M.A.“ Professorin wurde, protegieren das Düsseldorfer Ministerium, der Kölner Akkreditierungsrat und die in Bonn ansässige Agentur AQAS mit ihrem in Personalunion als Prorektor der Kölner Universität fungierenden Vorsitzenden und Angehörigen der Fakultät, an der hinter dem Rücken des zuständigen Seminars eine als wissenschaftlich deklarierte Kunsttherapietagung durchgeführt wird, mit der das zuständige Fach der Universität nichts zu tun hat, was dem Teilnehmer verschwiegen wird, die daran maßgeblich beteiligten Herren Decker-Voigt und Udo Baer, obgleich sie ob ihres Werdegangs und ob ihrer missbräuchlich verwendeten Titel nicht unbedingt als seriös gelten können, und lassen sich von diesen allesamt vereinnahmen. Profiteur ist der Inhaber des Affenkönig-Verlags, dessen Bauernhof mit Hilfe von Gefälligkeitsgutachten zu einer Hochschule ohne die erforderliche wissenschaftliche Substanz und unter Missbrauch des Namens der Künstlerin Trudi Schoop mit der durch und durch unzutreffenden Bezeichnung „künstlerische Therapien“ aufgewertet werden soll.
Möglich wird die Aufwertung, weil die Politik das Hochschulstudium Personen ohne Abitur öffnet. Auch wenn auf dem Papier Eignungsüberprüfungen stehen, ist es den Privathochschulen nicht zu verdenken, dass sie jedweden Interessenten nehmen. Schließlich leben sie von den Zahlungen ihrer Kunden.
Wie das geschilderte Akkreditierungsverfahren zeigt, ist die breite Kritik an den privaten Akkreditierungsagenturen nur allzu berechtigt. Sie täuschen ein Rating vor und verdienen damit nicht schlecht. Das System denkt offensichtlich zuerst an die eigene Kasse. In welchem Ausmaß der Steuerzahler betroffen ist, lässt die Berechnung nur eines einzigen Bundeslandes für nur ein einziges Jahr erahnen:
„Für die derzeit 223 in Thüringen angebotenen Studiengänge werden die Hochschulen allein für Akkreditierungen bis zum Jahre 2009 voraussichtlich 8,4 Millionen Euro aufwenden müssen.“
Der Rechnungshof kommt zum Ergebnis:
„Der Nutzen für die Akkreditierungsverfahren für die Thüringer Hochschulen bleibt dabei weit hinter dem hierfür erforderlichen unverhältnismäßig hohen Aufwand zurück.“
Ohne den hier aufgezeigten Filz zu untersuchen, hält er das gesamte Agenturenwesen für uneinheitlich und unzuverlässig, d. h. für Aktionismus, Willkür und Geldmacherei.
Was Ministerium, Akkreditierungsrat und die Akkreditierungsagentur AQAS mit ihrem mit dem Antragsteller Udo Baer verfilzten Prorektor der Universität Köln, der jener Fakultät angehört, die diese Deckmanteltagung erlaubt und dem Antrag stellenden Unternehmen wettbewerbsverzerrende Kundenrekurrierung ermöglicht, treiben, belegt, wie problematisch das Akkreditierungsunwesen privater Agenturen ist und wie die hochtrabenden politischen Verlautbarungen von Innovation und Exzellenzförderung konterkariert und nach dem Vorbild von Decker-Voigts "atypischer" Karriere und ihrer Nutznießer von „kreativen“ Gestalten wie Udo Baer bis zur Unglaubwürdigkeit und zum irreparablen Schaden der Wissenschaft ausgenutzt werden. Angesichts des alles andere als staatsfernen und transparenten Akkreditierens kann man nur noch der Überschrift der eingangs erwähnten Meldung in „Forschung & Lehre“ zustimmen: „Akkreditierung nicht weiter hinnehmbar und praktizierbar“.
Nach Beauftragung des unter falschem Vorwand wieder abbestellten Gutachters hat sich AQAS - fama docet - an Frau Prof. Dr. Karin Dannecker, Kunsttherapie Park-Klinik Weißensee, Berlin, gewandt, mit der Decker-Voigt, der vor seiner auf Staatskosten gefeierten Pensionierung Verlängerung beantragte und inzwischen genehmigt erhielt, nun eine weitere Hochschule zu gründen versucht.
[1] Seite „Akkreditierung (Hochschulen)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. Januar 2009, 10:52 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Akkreditierung_(Hochschulen)&oldid=54845456 (Abgerufen: 6. Januar 2009, 09:29 UTC)
[2] Seite „Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. Januar 2009, 10:43 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Stiftung_zur_Akkreditierung_von_Studieng%C3%A4ngen_in_Deutschland&oldid=54845129 (Abgerufen: 6. Januar 2009, 09:32 UTC)
[3] „Neue Regeln für Finanzmärkte vorgeschlagen: EU will Rating-Agenturen stärker kontrollieren. Als Konsequenz aus der Finanzmarktkrise will die EU-Kommission Rating-Agenturen einer verbindlichen Kontrolle unterwerfen. Ein entsprechender Vorschlag zur Regulierung der Agenturen habe die Kommission verabschiedet, erklärte EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy in Brüssel. Die amerikanischen Agenturen Moody's, Standard & Poor's und Fitch Ratings, die den Markt beherrschen, müssen sich nach dem Gesetzentwurf künftig staatlich registrieren und überwachen lassen“ (siehe den Bericht in der Tagesschau vom 13.11.2008 unter http://www.tagesschau.de/wirtschaft/ratingaagenturen100.html)
[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Ratingagentur [05.01.2008]
[5] Horstkotte, H. (2009). Geschäftsidee Hochschule. Platzverweis für Spielverderber. Spiegel online Unispiegel v. 12.01. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,600493,00.html
[6] Decker-Voigt, H.-H. (2007). „… bis dass der Tod uns scheidet …“? MuG 13, S. 23.
[6a] Interne Verfahrensnummer von AQAS: 16068. http://www.aqas.de/downloads/Kurzberichte/MA/27_315_MA_Eu
[7] http://www.kreative-therapie.de/no_cache/therapeutinnen/profil/therapeut/forum_view_profil/Waltraut-Barnowski-Geiser/
[8] Hettesheimer, Merle, Presse und Kommunikation, Universität zu Köln (2008). Kölner Universitätszeitung, 28. Jg., Ausgabe 6, Dezember, S. 7.
[9] Sitz des Unternehmens ist Neukirchen-Vlyn, Geschäftsführer sind Udo Baer und Andreas Schlegelmilch. Die Gesellschaft ist im Handelsregister registriert unter HRB 32767. http://www.openpr.de/news/271647.html [12.1.2009]
[10] Die Bezeichnung „Studiengang“ suggeriert, es handle sich um einen von einer Fakultät beschlossenen und von einer Hochschule genehmigten ordentlichen Studiengang. Das ist jedoch nicht der Fall. Man sieht mal wieder, wie Decker-Voigt mit Bezeichnungen jongliert, die sich an normierte und geachtete Begriffe anlehnen, die von ihm profitmaximierend vermarktet werden. So z. B. verwendet er den Begriff „Hochschule“, wenn es sich um eine Titelmühle handelt, die dann verboten wurde, wie 2002 im Fall der von ihm gegründeten illegalen „Hochschule“ in Freiburg. Das kleine, unbedeutende Lesley College, das ihm einen amerikanischen „M.A.“ ermöglicht hat, indem er sein Studium an der von ihm gegründeten Filiale des College in seinem 500 Seelen umfassenden Heimatort Hösseringen absolvieren durfte und wohin die Geschäftspartner zur Abnahme der Prüfung aus den USA angereist waren, nennt er in seinen zahllosen Prozessen stets „Elite-Universität“, obgleich dieses College, von dem er 5 Jahre nach Ernennung zum Professor für „live experience“ und einen knappen Werkvertrags-Bericht den „M.A.“ erhielt, als Nachfolge des Kindergärtnerinnenseminars, an dem erst im Herbst 2005 erstmals männliche Studierende aufgenommen werden durften, nicht einmal ein Promotionsrecht hatte. Oder er verwendet den Begriff „emeritiert“, wo es nur „pensioniert“ heißen darf. Gerade weil Decker-Voigt für seine unstrittig hochstaplerischen Aufwertungen von Phänomenen aller Art – seine mangelnde Schulbildung kaschiert er mit der Latinisierung griechischstämmiger Begriffe wie „ekklesiogen“ (s. www.kreativtherapien.de/Zitate.htm) - und für seine Verdrehungen, denen die Hamburger Gerichte folgen und ihn stets straffrei belassen (s. www.kreativtherapien.de/Entscheidungen.htm) bekannt ist, ist man ständig gezwungen, zu überprüfen, ob die von ihm und seinen Nutznießern verwendeten Bezeichnungen überhaupt der Sache angemessen sind. Die Bezeichnung der Neugründung beweist wiederum den von Decker-Voigt und seinen Nutznießern gepflegten Euphemismus, was natürlich der Nichteingeweihte nicht wissen kann, worauf wiederum der erwünschte Effekt der Profitmaximierung beruht.
[11] Stefan M. Flach hatte vergebens Bestrafung und Schmerzensgeld für folgende Punkte verlangt:
"1. Der Kläger organisiere ohne das mindeste Unrechtsbewußtsein und unter Verkehrung der Werte unserer Gesellschaft wie schon 2002 wieder Solidaritätsbekundungen und Diffamierungen.
2. Beim Kläger dränge sich der Vergleich mit Trickbetrügern, die lediglich vorgeben, für eine gute Sache zu sammeln, auf.
3. Dem heuchlerischen Aufruf des Klägers folgten nur gänzlich Uninformierte und vor allem zu Dank verpflichtete Inhaber von Zeugnissen und Urkunden, die Decker-Voigt in Jahrzehnten ausgestellt habe sowie von seinem hochproblematischen Marketing profitierende Kollegen, Lehrbeauftragte, Absolventen, Stipendiaten, Vereinskameraden und sonstige Nutznießer.
4. Tatsächlich wolle der Kläger nichts andere als den angeblichen Initiator der Presseberichte über Decker-Voigts atypische Karriere mit verlogenen Kampagnen diffamieren.
5. Der Kläger habe hinterhältige Aktionen gestartet. Inzwischen seien fast hundert falsch Informierte dem verlogenen Aufruf des Klägers gefolgt.
6. Die mit nahezu krimineller Energie verbreiteten Hetzaufrufe des Klägers seien unschwer als Amoklauf zu durchschauen.
7. Der Kläger sei sich seines schändlichen Treibens und seiner Unfähigkeit (zum Beispiel sich in einem Vorlesungsverzeichnis zurechtzufinden) sowie seiner Falschbehauptungen vollauf bewusst und organisiere ein unschwer zu durchschauendes Affentheater. Er sei als Entlarvter, Nutznießer, Diffamierer und winselnde Person ("Hohes Gericht, ich bitte um Milde") einzustufen.
8. Der Kläger halte Herrn Decker-Voigt und dem Frühpensionär Eschen als Opportunist die Stange, und zwar nicht aus Würde, sondern aus Angst ums Geschäft.
9. Der Kläger zeichne sich durch eine verlogene Hetze aus.
10. Der vom Kläger ungeniert verwendete Jargon sei mit Schriften von Agitatoren vor einigen Jahrzehnten vergleichbar.
11. Der Kläger zeichne sich durch heuchlerisches Getue aus und unterliege Filz und moralischer Verrottung im Decker-Voigt-Clan.
12. Der Kläger habe sich einer Urkundenfälschung schuldig gemacht.
13. Der Kläger habe sich für Decker-Voigts atypisches Verhalten zum Affen gemacht, das sei sein wahres Motiv.
14. Der Kläger sei ein winselndes Sprachrohr Decker-Voigts. Er sei ein Decker-Voigt-Höriger. Er zeichne sich durch einen desolaten Zustand aus."
Hier auch noch die weiteren 6 Punkte, deretwegen Stefan Flach am 28.12.2007 von Widerrufsklage, Schmerzensgeld usw. geträumt hat:
1. Unser Mandant sei ein wimmerndes und winselndes Sprachrohr von Prof. Dr. Decker-Voigt.
2. Unser Mandant betreibe ohne Hochschulabschluss eine Praxis für Therapie und Rehabilitation in 86977 Burggen.
3. Unser Mandant erdreiste sich, mit vertraulichen Briefen Universität und Ministerium zu belehren.
4. Prof. Dr. Decker-Voigt würde sein winselndes Sprachrohr (gemeint ist unser Mandant) mühelos entschädigen können. Für unseren Mandanten würde sich in dem Netzwerk von Prof. Dr. Decker-Voigts atypischer Karriere ein lukratives Pöstchen finden.
5. Unser Mandant nenne sich ohne Hochschulschulstudium Musiktherapeut und Dozent für Berufsrecht.
6. Unser Mandant sei nach seiner verlogenen Hetze Vorsitzender jenes flachdenkenden Berufsverbandes für Musiktherapeuten geworden."
Und hier auch noch der am 19.1.2008 eingegangene Beschluss des Amtsgerichts Weilheim i. OB zum Antrag vom selben Kläger Stefan M. Flach mit Auszug aus der Begründung der Zurückweisung seines Antrags auf Unterlassung:
"I. Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung vom 10.01.2008 wird zurückgewiesen.
II. Der Antragsteller trägt die Kosten des Verfahrens.
Mit dem Antrag begehrt der Antragsteller den Erlass einer einstweiligen Verfügung dergestalt, dass dem Antragsgegner es aufgegeben wird, unter Anordnung von Ordnungsgeld und ersatzweiser Ordnungshaft es zu unterlassen, wörtlich oder sinngemäß die Behauptung aufzustellen und/oder zu verbreiten, der Antragsteller sei ein wimmerndes und winselndes Sprachrohr von Prof. Dr. Decker-Voigt." Näheres dazu unter www.kreativtherapien.de/flach.htm
[12] S. hierzu den Artikel „Künstlerische Therapien. Begriffsklärung“ anlässlich ihres zwanzigjährigen Bestehens (1988 – 2008).